Form follows emotion

Form follows emotion

"Form follows function" war gestern? Und "form follows emotion" ist morgen? Das neue Motto in einem Satz: "Form follows emotion" ist der neue Content für den zukünftigen Designer? Und was bedeutet "form follows emotion" überhaupt? "Emotion" ist dem Französischen émotion „Erregung“ entlehnt; das Wort "Emotion" geht letztlich auf das Lateinische ēmovēre „herausbewegen“ zurück, einer Ableitung zu movēre „bewegen“, auch empor wühlen, erregen. Im Vordergrund steht eine psychische Erregung, eine Gemütsbewegung, ein Gefühl oder eine Gefühlsregung, die durch die bewusste oder unbewusste Wahrnehmung eines Ereignisses oder einer Situation ausgelöst wird.

 

Der Begriff "Gefühl" bezieht die sehr unterschiedlichen psychophysischen Erfahrungen und Experiences der Menschen und der Nutzer mit ein, wie z. B. Freude, Sympathie, Stolz, Sicherheit, Begeisterung, aber auch Unsicherheit und Melancholie. Im Unterschied dazu hat sich im Sprachgebrauch die Bezeichnung "das große Gefühl“ als Emotion durchgesetzt und benennt damit eine deutlich wahrnehmbare physische Veränderung von Muskulatur, Herzschlag und Atmung, die mit Messungen neurophysiologischer Parameter nachweisbar sind.

Eine optimale Funktion, die bestmögliche Handhabung und das Nutzererlebnis (User experiences) ist für den Designer ein wesentlicher Faktor für jede Entwicklung und Gestaltung von Produkten. Um sich allerdings im Wettbewerb durch gutes Design hervorzuheben, sollte ein emotionaler Faktor mit dem entsprechenden Gefühl und Emotionen aufgeladen werden. Siehe auch in der Kategorie Anmutung

Spricht uns ein Produkt emotional nicht an und weckt es auch keine eigenständige Emotion, dann werden wir uns vor allem nicht damit auseinandersetzen und auch nicht im Ansatz dafür interessieren. Somit sollte ein Produkt über den funktionalen Nutzen hinaus auch eine emotionale Bindung mit der entsprechenden Emotion zum Nutzer herstellen können. Um eine bestimmte Empfindung und Emotion hervorzurufen, kann der Designer oder das Produkt beispielsweise eine Geschichte erzählen, indem gewisse Assoziationen und Erfahrungen (Products Experiences) bei einer Person ausgelöst werden. Diese ersten Eindrücke können unter anderem durch die Faktoren Form, Material, Farbgebung oder Oberflächenqualität transportiert und beeinflusst werden. Aber auch die Haptik ist ein wichtiger Faktor für den Kunden. 

„Die Erfüllung von emotionalen Bedürfnissen ist genauso wichtig wie die Funktionalität.“ sagte schon Prof. Hartmut Esslinger, der Gründer von frog design. Und er ergänzte und prägte in diesem Zusammenhang das neue Motto des Designers: Statt "form follows function" heißt es in Zukunft: "Form follows emotion".

top button