Anthropometrie

Anthropometrie (aus griechisch anthropos, deutsch ‚menschlich‘, und metron, deutsch ‚Maß‘) wird die Lehre der Ermittlung und Anwendung der Maße des menschlichen Körpers genannt. Anthropometrie wird vor allem in der Ergonomie zur Gestaltung von Arbeitsplätzen, Fahrzeugen, Geräten und Werkzeugen gebraucht, sowie zur Festlegung von Sicherheitsmaßnahmen, Normen oder von Abständen zu Teilen verwendet, die für den Nutzer gefährlich werden können. In der Kunst finden sich anthropometrische Ansätze bereits in den strengen, gerasterten Darstellungen des alten Ägypten, später vor allem in den Studienblattern Dürers und Leonardo da Vincis. Das wissenschaftliche Interesse entwickelte sich weiter bei den Künstlern der Renaissance und entfaltete sich in der Moderne.

 

Im Design spielt die Anthropometrie vor allem in der Ergonomie eine große Rolle. In den 20er-Jahren begannen Designer bei der Gestaltung ihrer Objekte die Proportionen und Maße des menschlichen Körpers in die Designentwicklung mit einzubeziehen. Henry Dreyfuss war einer der ersten und wichtigsten Befürworter der Anthropometrie. Sein Buch «Designing for People» (1955) enthält Diagramme mit diversen Maßangaben und Orientierungspunkten zwischen einzelnen Körperteilen, beispielsweise zwischen Handgelenk und Ellenbogen, Knie und Sprunggelenk etc. Die Sitzhöhe von Stühlen oder Arbeitsplatten in Küchen, die sich von Jahrzehnt zu Jahrzehnt geringfügig vergrößert hat, resultiert unmittelbar aus diesen anthropometrischen Erkenntnissen.

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